Wiesbaden. Das Corona-Virus legt die Republik weitestgehend lahm. Das Sozialleben der Deut-schen ist maßgeblich beeinträchtigt, wie es lange Jahrzehnte nicht mehr der Fall war. Unterneh-men stehen am Rande ihrer Existenz, das Gesundheitssystem ist am Anschlag und auch für Stu-denten bedeutet die aktuelle Situation einen beträchtlichen Einschnitt. Prüfungen werden ins Un-gewisse verschoben, Lehrveranstaltungen fallen aus und Bibliotheken sind abgeriegelt. Weitere Probleme sind mögliche Fristüberschreitungen hinsichtlich der Regelstudienzeit und die zu be-fürchtenden Mehrkosten durch eine etwaige Verlängerung der Studienzeit.

Die Landesvorsitzende des RCDS Hessen, Fabienne Taller, sagte dazu: „In der aktuellen Lage sind nun die Universitäten und Hochschulen, das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst und der zuständige Landtagsausschuss gefragt. Es braucht kurzfristig pragmatische Lösun-gen um den Hochschulbetrieb zum Wohle der Studenten anzupassen und Regelungen für zukünf-tige Krisenfälle.“

Wichtig ist dem RCDS Hessen, sofern sich die Lage bezüglich des Corona-Virus in absehbarer Zeit nicht verbessert, dass das Sommersemester 2020 für alle Studenten als Urlaubssemester anerkannt wird. Dabei soll es sich um ein Sonderurlaubssemester handeln, welches nicht mit den spezifischen Urlaubssemesterregelungen der einzelnen Studienprogramme kollidiert. Um durch diese Maßnahme möglichst wenige Studenten zu benachteiligen, sollten Studienerfolge erreich-bar sein. Ein möglicher Ansatz hierfür ist die Durchführung von Lehrveranstaltungen in digitaler Form sowie die Erbringung von Prüfungsleistungen, soweit diese wieder im regulären Hochschul-betrieb möglich sind.
Um die Erbringung von Prüfungsleistungen sicherzustellen, ist es nötig, allen Studenten einen VPN-Zugang zum Netzwerk der Hochschulbibliotheken zu gewährleisten.
Während die Hochschuleinrichtungen geschlossen sind, muss die Verwaltung der Hochschulen, insbesondere die Prüfungsämter, für alle Studenten telefonisch zur Verfügung stehen, um diese in unübersichtlichen Zeiten einfach und direkt über alle relevanten Änderungen zu informieren.

„Studenten, die weder BAföG-Zahlungen erhalten noch wegen der Maßnahmen bezüglich des Corona-Virus arbeiten können, stehen unter starkem finanziellem Druck“, erläuterte Fabienne Taller. Um Verschuldungen oder finanziell bedingte Studienabbrüche, die zusätzlich die Staats-kasse belasten, zu vermeiden, sollte von Seiten des Landes Hessen alles für eine finanzielle Ent-lastung der Studenten getan werden. Eine Möglichkeit dies zu erreichen, ist die Rückerstattung des Semesterbeitrags für die Studenten der hessischen Hochschulen. Diese Maßnahme ist not-wendig, da der Hochschulbetrieb nicht dem üblichen Standard des Präsenzbetriebs entspricht.

Zudem unterstützt der RCDS Hessen ausdrücklich den Vorschlag, dass Mietern aufgrund von Zahlungsrückstände während der Corona-Krise nicht gekündigt werden darf. „Wer Studenten jetzt auf die Straße setzt, macht sich mitschuldig am Chaos“, mahnte die Landesvorsitzende.

Ansprechpartner

Fabienne Taller

Landesvorsitzende

+49 176 81023690
f.taller@web.de

Vorheriger Beitrag