Liebes Mitglied des RCDS Hessen,

ich freue mich, dir mit dem Newsletter einen Überblick über unsere Verbandsarbeit als RCDS Landesverband Hessen zu geben. Heute werden wir uns dem Thema einer einheitlichen Aufwandsentschädigung für Medizinstudenten während ihres praktischen Jahres widmen. Bisher ist dieses oft unter Wert vergütet. Unser Politische Beirat hat sich diesem Thema angenommen. Der Antrag hierzu wurde einstimmig auf unserem zweiten digitalen Landesausschuss beschlossen.
Des Weiteren wird Natalie Krause, die für den Landesverband Hessen Mitglied der "Taskforce Wahlkampf" des RCDS Bundesverbandes ist, von der Arbeit der Taskforce berichten.
Zum Schluss werden wir euch zwei weitere Mitglieder des Landesvorstandes vorstellen.
Viel Spaß beim Lesen !

Einführung einer einheitlichen Aufwandsentschädigung für das Praktische Jahr im Medizinstudium

Nach der Absolvierung des vorklinischen und klinischen Abschnitts des Studiums dient das Praktische Jahr als letzter Abschnitt des Medizinstudiums sowohl zur Vertiefung und Erweiterung der bereits im Studium erworbenen ärztlichen Kenntnisse und Fähigkeiten als auch zur Vermittlung von Qualifikationen, welche die selbstständige ärztliche Tätigkeit und die Eigenverantwortung von medizinischem Handeln zum Ziel haben. Hierfür sind Medizinstudenten nach der Approbationsordnung (§ 3 Abs. 4 ÄApprO) 48 Wochen mit jeweils einem Umfang von 40 Stunden pro Arbeitswoche ganztägig auf Krankenstation anwesend und werden in den Stationsalltag vollumfänglich integriert.
Laut einer Umfrage des Marburger Bundes aus dem Jahr 2018 über die Zeiten bzw. Stundenanzahl, die Studenten durchschnittlich im Krankenhaus verbracht haben, sagten fast zwei Drittel der Befragten (63%) aus, dass sie zwischen 40-50 Stunden pro Woche im Krankenhaus anwesend waren; 8% sagten aus, dass sie 50-60 Stunden pro Woche im Krankenhaus während des Praktischen Jahres verbracht hätten. Hierbei sind weder Lernzeiten der Studenten noch die nach § 5 ArbZG (Arbeitszeitgesetz) gesetzliche bestimmten Ruhezeiten berücksichtigt. 52% der Befragten gaben an keine Zeit während der praktischen Ausbildung zum Selbststudium gehabt zu haben. Dies macht im Anschluss daran auch deutlich, warum 29% der Befragten angaben, die ihnen zur Verfügung stehenden Urlaubstage als Lernzeit für das anstehende Staatsexamen sowie für die Vor- und Nachbereitungszeit des im Krankenhaus Erlernten, genutzt zu haben.
Während des Praktischen Jahres ist es somit nicht möglich einer Nebentätigkeit oder sonstiger Beschäftigung nachzugehen. Sollte hingegen die Notwendigkeit nach einer weiteren Einkommensquelle bestehen, ginge dies nach ganztägiger Arbeit in der Klinik zulasten der Ausbildung und der Patientensicherheit.
Folglich stellen solche Arbeitszeiten eine Vollzeitbeschäftigung und im schlimmsten Fall einen Verstoß gegen § 3 ArbZG dar. Die Einstufung als reines Praktikum hält der Realität der Studierenden daher in keiner Weise stand und die verrichteten Tätigkeiten entsprechen hierbei einem Arbeitsumfang, welcher für eine derartige Vollzeitbeschäftigung nicht adäquat finanziell vergütet wird.
II. Einführung einer Vergütung während des Praktischen Jahres
Die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd) fordert daher schon länger unter anderem eine verbindliche und bundesweit einheitliche Aufwandsentschädigung in Höhe des BAföG-Höchstsatzes gemäß § 13 BaföG.
Die Umfrage des Marburger Bundes legte offen, dass 50% der Studenten unter EUR 300,00 als eine Aufwandsentschädigung während ihres Praktischen Jahres im Krankenhaus erhalten haben. Folglich sind 54 % der Medizinstudenten im Praktischen Jahr aufgrund von hohen Lebenshaltungskosten neben der Aufwandsentschädigung auf ein zusätzliches Einkommen, wie BaföG oder den gesetzlichen elterlichen Unterhalt angewiesen. Lediglich 15% der Befragten gaben an die Aufwandsentschädigung für sich, wäre ausreichend gewesen, um den Lebensunterhalt zu finanzieren.
Diese finanziellen Einschränkungen führen nicht nur zu einer Belastung, die den Studenten während der Ausbildung auferlegt wird, sondern ebenso zu einer strukturellen Benachteiligung von sozial schwächeren Studenten bei der Ortswahl der Ausbildungsstädten. „Dies widerspricht der in der Approbationsordnung festgehaltenen Gedanken, eine breite Ausbildung mit einer angemessenen regionalen Verteilung zu ermöglichen.“
Für die Einführung einer Aufwandsentschädigung ist es mithin angemessen und erforderlich die Regelung des § 3 Abs. 4 S. 8 ÄApprO zu ändern. Bisher heißt es da: „Die Gewährung von Geld- oder Sachleistungen, die den Bedarf für Auszubildende nach § 13 Abs. 1 Nr. 2, Abs. 2 Nr. 2 BaföG übersteigen, ist nicht zulässig“. Demnach wird Studenten mit BaföG-Förderung die erhaltene Aufwandsentschädigung auf die bereits bestehende Förderung angerechnet. Dies kommt einer Zweckverfehlung gleich.
Die Aufwandsentschädigung muss verpflichtend als eine zusätzliche Einkommensquelle gewertet werden, was unumgänglich ist, wenn ein Ausgleich und finanzieller Mehrwert im Praktischen Jahr, geschaffen werden soll. Zudem muss gewährleistet sein, dass eine Abgeltung mit Sach- oder Dienstleistungen durch kostenloses Essen oder weiteren Arbeitsmaterialien nicht zulässig ist. Ferner müssen die Einrichtungen, wie Universitätskliniken oder aber Lehrkrankenhäuser in der kommenden Neuregelung verpflichtet werden, die Qualität der Lehre unabhängig und unberührt von der Aufwandsentschädigung zu gestalten. Durch die Koppelung der Aufwandsentschädigung an den BAföG-Höchstsatz, welcher regelmäßig an die allgemeinen Preissteigerungen angepasst wird, kann ausschließlich ein qualitativer Anreiz geschafft werden. Dies würde dazu führen, dass die Qualität der Lehre, nicht aber die finanzielle Leistungsfähigkeit der Eltern im Vordergrund steht.

Deshalb stellt ein Rechtsanspruch auf Aufwandsentschädigung in Höhe des BaföG-Höchstsatzes nicht nur eine unbedingt notwendige Wertschätzung der Arbeit der Studenten dar, sondern ist auch essenziell, um eine finanzielle Sicherheit der Medizinstudenten sicherzustellen und so Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit durch finanzielle Unabhängigkeit zum Elternhaus, zu garantieren.

Taskforce Wahlkampf 2021 - Ein Abenteuer beginnt - von Natalie Krause

Morgens aufstehen, auf das Handy schauen und da ist sie, die Ausschreibung für die Gremien des RCDS Bundesverbands. Neugierig lese ich, in welchen Gremien man sich dieses Jahr engagieren kann:

• Bundesfachausschuss Internationales – Ein Gremium, dass sich hauptsächlich mit der Hochschulpolitik auf europäischer Ebene befasst.
• Politischer Beirat – Das Gremium, das Anträge schreibt und so die inhaltliche Position des RCDS Bundesverbands prägt.
• Taskforce Wahlkampf 2021 – Social Media, Kampagnenarbeit und die Stärkung der verbandsinternen Zusammenarbeit.

Obwohl es mir viel Spaß bereitet, Anträge zu schreiben und mich mit europäischer Politik auseinander zu setzen, hat mich die Taskforce von Beginn an fasziniert. Die Vorstellung durch Deutschland zu reisen und die unterschiedlichen Städte zu erkunden, entführte mich in einen wunderbaren Tagtraum, welchem ich mich gerne hingab. Mir steckten noch die Erfahrungen des ersten Lockdowns und den damit einhergehenden Reisebeschränkungen in den Knochen. So begann ich, meine Bewerbung zu schreiben. Ich war froh um die Unterstützung, die ich aus dem Landesvorstand erhielt. Nach zwei Wochen intensiver Arbeit und Austausch waren wir alle mit dem Ergebnis zufrieden und ich schickte meine Bewerbung ab.
Bald kam das ersehnte Ergebnis. „Nach der Durchsicht aller Motivationsschreiben und Bewerbungen haben wir uns im Bundesvorstand dazu entschieden, dich in die Task Force aufzunehmen.“
Das Abenteuer begann.

Schon wenige Tage später trafen sich alle Gremien in einer Auftakt-Konferenz. Normalerweise treffen sich alle Gremien irgendwo in Deutschland, um sich besser kennenzulernen, wir mussten stattdessen auf ein Online Tool umsteigen. Ich war und bin stolz, die hessische Stimme sein zu dürfen, und den RCDS Hessen im Bundesverband zu vertreten.

Die Ziele der Taskforce sind – neben einer Wahlkampftour durch ganz Deutschland – die Vereinfachung der Social-Media-Arbeit für die RCDS-Verbände und die Erstellung einer Verbandszeitung. Die thematische Arbeit wird größtenteils durch den Politischen Beirat übernommen und durch die Taskforce mittels Kampagnenarbeit unterstützt.

Die Gremien des RCDS Bundesverbands werden auf einen Zeitraum von einem Jahr gewählt. Der Auswahlprozess umfasst eine Bewerbung, zu dem Lebenslauf und Motivationsschreiben zählen. Beides soll in der Regel zwei Seiten nicht überschreiten. Die Bewerbungsphase dauert ca. drei Wochen, der Auswahlprozess ebenso.

Die Konferenzen der Taskforce finden momentan ausschließlich online statt. Zwar geben sich unsere Teamleiter Franca und Inken größte Mühe, die Zusammenkünfte so angenehm wie möglich zu gestalten, aber eine Online-Konferenz wird niemals eine persönliche Begegnung ersetzen können. Zwischenmenschliche Aspekte und das Teamgefühl bleiben notgedrungen auf der Strecke. Das Networking und der persönliche Austausch fallen so weg. Die Planung der Wahlkampftour ist jetzt nur theoretisch und niemand traut sich, wirklich darüber zu sprechen. Die Ungewissheit verunsichert und erstickt Gedankenspiele im Keim.

Trotzdem arbeitet die Taskforce professionell und auf hohem Niveau. Die Stärken der einzelnen Taskforce-Mitglieder sind beeindruckend und ich kann viel von den anderen Teammitgliedern lernen. Innerhalb von zwei Monaten sind neben einem neuen RCDS-Design, einem Newsletter und GIFS, mehrere Erklär-Videos zum Thema Social Media, Sharepics und der Umgang mit einschlägigen Bearbeitungsprogrammen entstanden. Unsere Teamleiter lassen uns viel Raum für eigene Ideen und Umsetzungen, sie agieren mehr als Team-Kapitän und weniger als Vorgesetzte. Dieser Umstand gestaltet das Arbeiten sehr angenehm und ermöglicht Kreativität und Entfaltung.

Neben der obligatorischen, wöchentlichen Konferenz treffen sich die Mitglieder einzelner Untergruppen zusätzlich, um z.B. einen Entwurf für das Design zu erstellen oder Videos vorzubereiten. Das Arbeiten in kleinen Gruppen hat sich als deutlich effektiver herausgestellt. Neben den Konferenzen werden viele Informationen in einem Chatroom mit mehreren Kanälen ausgetauscht. Für mich war die Arbeit auf diesem Portal (Slack) zwar neu, aber ich war positiv überrascht. Die Erfahrung, die ich bisher sammeln durfte, ist sehr prägend für mich. Die Auseinandersetzung mit neuen Programmen stellt uns immer wieder vor neue Herausforderungen, das Team findet aber für jedes Problem eine Lösung und unterstützt sich gegenseitig.

Ich freue mich auf die nächsten Monate und hoffe, die Teammitglieder bald persönlich kennen zu lernen. Ich will eine aufregende Zeit mit ihnen erleben, an die ich später gerne zurückdenke. Ich kann jedem empfehlen, diese Erfahrung zu machen. Es ist für den RCDS sowie für einen persönlich eine Bereicherung und wappnet für künftige Herausforderungen.

Vorstandsvorstellung: Christopher Depta - Stellvertretender Landesvorsitzender und Landesschatzmeister

Im heutigen Newsletter möchten wir euch Christopher Depta vom RCDS Frankfurt vorstellen, der seit der letzten Landesdeligiertenversammlung Stellvertretender Landesvorsitzender und Landesschatzmeister ist. Zuvor war er Mitglied des Politischen Beirats des RCDS Bundesverbandes.
Er studiert Rechtswissenschaften an der Goethe-Universität Frankfurt.
"Der RCDS hat mir in meiner Zeit an der Universität viel gegeben. Sei es das hessen- und deutschlandweite Vernetzen, die erheiternden Veranstaltungen oder die Arbeit
an der thematischen Ausrichtung unseres Verbandes.
Ich bin der festen Überzeugung, dass ohne den RCDS keine vernünftige und
pragmatische Hochschulpolitik gemacht werden kann. Mein Engagement in der
Frankfurter Gruppe und im Landesvorstand betreibe ich mit Leidenschaft und der
Überzeugung, dass wir alle zusammen das studentische Leben stark verbessern
können. Jetzt lasst uns alle zusammen konservative Hochschulpolitik betreiben und
hoffentlich schon bald wieder auf das ein oder andere Bier an einem der schönen
hessischen Hochschulstandorte treffen."
Christopher ist neben dem RCDS auch in der CDU aktiv, in welcher er in Frankfurt auf Listenplatz 4 für den Ortsbeirat kandidiert, Mehr zu ihm und seiner Kandidatur könnt ihr auf seiner Website nachlesen: https://christopher-depta.de

Vorstandsvorstellung: Carsten Becker - Landesgeschäftsführer

Zudem möchten wir euch Carsten Becker vom RCDS Darmstadt vorstellen, der seit September letzten Jahres Landesgeschäftsführer des RCDS Hessen ist. Er studiert Physik an der Technischen Universität Darmstadt und ist Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes.
"Der RCDS wird an Hessens Hochschulen dringend gebraucht. Die Arbeit der Asten, gerade in den Bereichen Finanzen und Freiheit der Forschung und Lehre, ist häufig unzureichend. Hier müssen wir als RCDS aktiv werden und uns konstruktiv in den hochschulpolitischen Gremien engagieren.
Es freut mich sehr, dass ich seit nun ca. einem halben Jahr als Landesgeschäftsführer meinen Beitrag dazu leisten darf, dass wir als RCDS Landesverband sehr aktiv sind. So z.B. in der Novellierung des Hessischen Hochschulgesetzes und bei der Planung und Durchführung von Veranstaltungen, wie der landesweiten digitalen Bierprobe und unseren Landesausschüssen.
Dabei ist mit vor allem die Einheit des Landesverbandes wichtig, denn nur gemeinsam können wir in der nicht selten links dominierten Hochschulpolitik liberale und konservative Akzente setzen."
Neben seinem Engagement für den RCDS ist Carsten auch in der CDU und JU aktiv. So ist er Kreisvorstandsmitglied der Jungen Union Limburg-Weilburg und kandidiert auf Listenplatz 3 für den Ortsbeirat der Limburger Kernstadt.

Vielen Dank für dein Interesse am Newsletter. Bei Verbesserungsvorschlägen oder wenn du selbst einen Artikel für den Newsletter schreiben möchtest, kannst du mir gerne per Mail an geschaeftsfuehrer@rcds-hessen.de schreiben.
Bis zum nächsten mal und bleib gesund,

Carsten Becker
Landesgeschäftsführer

Ansprechpartner

Carsten Becker

RCDS Hessen

Stellvertretender Landesvorsitzender

+49 176 92374001
cjbecker526@gmail.com

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