Liebes Mitglied des RCDS Hessen,

ich freue mich sehr, dass du dich entschieden hast, den neuen Newsletter des RCDS Hessen zu abonnieren. In diesem ca. alle 2 Monate erscheinenden Newsletter wirst du einen regelmäßigen Überblick über die Arbeit unseres Landesverbandes und unserer Gruppen erhalten.
Neben Vorstellungen einzelner Funktionsträger des RCDS Hessen und inhaltlicher Positionen unseres Landesverbandes werden in jedem Newsletter auch ein Meinungsbeitrag und Terminhinweise zu finden sein.
Der Meinungsbeitrag ist eine besondere Chance für jeden von euch, selbst ein Teil des Newsletters zu sein, denn hier geben wir euch das Wort. In einem ca. 200 Wörter langen Beitrag kriegt jedes RCDS Mitglied, das dies möchte, die Chance, sich über ein Thema seiner Wahl zu äußern. Den Anfang macht Isabel Pfannkuche, die sich zum Thema digitalisierte Bildung äußert.
Falls du selbst Interesse hast, einen Beitrag für den Newsletter zu schreiben oder auch für generelles Feedback, bist du herzlich eingeladen, dich per Mail bei mir zu melden (geschaeftsfuehrer@rcds-hessen.de).
Nun wünsche ich dir aber erst einmal viel Spaß beim Lesen des Newsletters.

Thema des Monats

Virtuelle Lehre und Finanzierung des Studiums

Am 29.11 des vergangenen Jahres fand zum ersten mal ein digitaler Landesausschuss des RCDS Hessen statt. Diese Art der Durchführung war aufgrund der aktuellen Pandemielage notwendig geoworden.
Eines der wichtigsten Themen war wenig überraschend die Folgen der aktuellen Situation für Studentinnen und Studenten.

Das Sommersemester („Online-Semester“) zeigte, wie wichtig kurzfristige, pragmatische und vor allem effiziente Lösungen sind. Lösungen, die den Studenten in der aktuellen Lage schnell helfen. Hier reicht es jedoch nicht aus, vereinzelte und temporäre Lösungen zu finden. Vielmehr muss aktiv in die Zukunft und die virtuelle Hochschule als zweite permanente Komponente des Lehrbetriebs der Universitäten in Hessen neben der essenziellen Präsenzlehre investiert werden.

Dies kann zum einen durch den Ausbau des E-Learning-Angebotes und dessen Weiterentwicklung als auch durch die Erweiterung des derzeitigen E-Book-Bestandes erreicht werden. Hinzu kommt die allgemeine Förderung der E-Learning Strategien. Durch die Covid-19 Pandemie wurde die Dringlichkeit des Zuganges zu Online-Bibliotheken für Wissenschaftliche Hausarbeiten und den optimalen Studienerfolg sichtbar. Der Literaturzugriff von Zuhause stellte hier eine essenzielle Voraussetzung für das Studieren in einer Notlage dar. Blickt man unabhängig von der durch die Pandemie ausgelösten Notlage auf den Bestand der Bibliotheken, steht fest, dass schon zuvor in Klausurenphasen eine enorme Knappheit an fallbezogenen Lehrbüchern vorlag und mithin keine ausreichende Online-Verfügbarkeit gewährleistet war. Bereits entliehene Lehrbücher konnten aufgrund von Vormerkungen oder verdichteten Prüfungssituationen von einer großen Anzahl an Studenten nicht genutzt werden. Durch eine Ausweitung des E-Book Bestandes im Bereich von Lehr- und Fachbüchern kann dieses Hindernis sowohl in einer pandemie-bezogenen Notlage als auch in den kommenden Präsenzsemestern überwunden werden.

Bezogen auf die finanzielle Situation der Studenten stellt das Wintersemester 2020/2021 erneut eine große Belastung dar. Hier litten vor allem Studenten in 20,5% der Fälle im vergangenen Semester „oft“ an finanziellen Sorgen, welche vor allem durch den Verlust des Nebenjobs z.B. aufgrund der Schließung der Gastronomie, Eventbranche oder des Einzelhandels zu verzeichnen waren, aber auch die Studenten, die BaföG-Kriterien aufgrund von Überschreiten der Regelstudienzeit oder Zweitstudium nicht mehr erfüllen.

Somit ist hier an die im Sommer geführte Debatte über die Unterstützung der Schulen und der Familien mit schulpflichtigen Kindern zu denken, wo Studenten als wesentlicher Teil des Bildungswesens in Deutschland erst in einem zweiten Anlauf Beachtung geschenkt worden ist. Diesem ist entscheiden vorzubeugen und entgegenzuwirken. Der Anspruch auf BaföG sollte somit auch für das Wintersemester 2020/2021 ähnlich dem Entwurf aus dem Sommersemester 2020 verlängert werden. Zudem dürfen Nothilfen in Form von zinslosen Darlehen (auch: Überbrückungshilfen) für Studenten nicht an einem Teil-Lockdown, wie im November 2020, festgemacht werden, sondern an den Umständen des Einzelfalls, wie z.B. der andauernden Schließung der Gastronomie und Eventbranche.


Meinung

Ich habe das Internet kaputt gemacht
Wenn digitale Lehre plötzlich notwendig wird

Von Isabel Pfannkuche

Endlich habe ich diese Bachelorarbeit abgegeben, von der immer alle
sprechen. Im verrückten Corona-Jahr 2020. Während Lockdown, Lockdown light oder Lockdown zero
(wir warten alle noch gespannt auf Lockdown cherry) werden immer wieder Geschäfte, Betreuungs-
und Bildungseinrichtungen geschlossen. Auch die hessischen Universitätsbibliotheken waren
zeitweise zu. In Frankfurt hatten wir noch Glück. Wer an seiner Abschlussarbeit saß, durfte sich zu
Beginn der Pandemie trotzdem Bücher ausleihen. Später wurde die Bibliothek für Ausleihen wieder
komplett geöffnet, die Besucherzahl war begrenzt. Viele Studenten leben in Pandemie-Zeiten aber
gar nicht in ihrem Studienort, sondern sind aufs Land zu ihrer Familie geflüchtet.
Im März bin auch ich mit dem Zug und einem Rucksack voller Nudeln zu meinen Eltern gefahren.
Leider gibt es in meinem Heimatdorf nur eine Kinderbibliothek, in der ich mir „Prinzessin Lillifee und
der Bergkristall“ ausleihen konnte. An der Frankfurter Uni haben wir aber einen entscheidenden
Vorteil: Der Großteil der Literatur wird auch digital angeboten. Die Umsetzung ist von Studiengang zu
Studiengang unterschiedlich. In meinem Hauptfach Politikwissenschaft konnte ich eigentlich
ausschließlich mit dem Onlinebücherangebot meine Bachelorarbeit schreiben. In meinem Nebenfach
Germanistik wäre das nicht so problemlos möglich gewesen, denn viele Bücher gibt es nur in
Papierform.
Spätestens jetzt müsste aber doch jeder gemerkt haben, dass diese E-Books gar nicht mal so schlecht
sind. Und, dass die Universitäten sich nicht vor der Digitalisierung verschließen sollten, sondern offen
für Neues sein sollten. Leider ist das aber immer noch nicht bei allen angekommen. Aus anderen
Bundesländern – wie Niedersachsen und Bayern – höre ich von komplett geschlossenen
Bibliotheken, einem nicht-vorhandenen Onlinebücherangebot und erzwungener Präsenzlehre, die
die Gesundheit der Studenten gefährdet. Und auch bei uns strecken manche Dozenten ihre Nase
ratlos viel zu nah in die Webcam und denken, sie hätten das Internet kaputt gemacht. Wie kann es
sein, dass wir im 21. Jahrhundert an den kleinsten Hürden scheitern? Hessen sollte jetzt mit gutem
Beispiel vorangehen und Vorreiter bei der Digitalisierung im Bildungssektor werden.


Der Landesvorstand stellt sich vor

Fabienne Taller

Fabienne Taller wurde auf der letzten LDV als Vorsitzende des RCDS Hessen wiedergewählt. Sie studiert Rechtswissenschaften in Frankfurt und ist im 11. Semester.
"Engagement ist mir generell ein wichtiges Anliegen, weshalb ich mich an meiner Universität für eine studentennahe und ideologiefreie Hochschulpolitik einbringen und das studentische Leben positiv prägen möchte. Besonders gefällt mir der Mix aus wissenschaftlichem Anspruch in der Sacharbeit und dem geselligen Beisammensein auf Veranstaltungen unseres Landesverbandes. Genau deswegen habe ich mich dazu entschieden im RCDS Verantwortung zu übernehmen."
Neben ihrer Arbeit für den RCDS ist Fabienne auch in der JU als Geschäftsführerin der JU Frankfurt Süd und für die CDU im Vorstand der CDU Frankfurt Nordend aktiv.
Zudem vertritt sie den RCDS Hessen als kooptiertes Mitglied im Landesvorstand der Jungen Union Hessen und im Landesvorstand der CDU Hessen.
Bei Anregungen für ihre Arbeit könnt ihr sie unter vorsitzende@rcds-hessen.de erreichen.


Gewinnspiel

Wie angekündigt haben wir unter allen Abonnenten des Newsletters (den Landesvorstand ausgenommen) ein Bierpaket für die RCDS Bierprobe am 19.01 mit der Hachenburgerbrauerei verlost. Und die Gewinnerin steht fest: Herzlichen Glückwunsch Isabel Pfannkuche.
Wir werden uns mit dir bezüglich der Organisation in Kontakt setzen.
Bis zum 13.01 könnt ihr euch noch für die Bierprobe anmelden, dass Anmeldeformular ist unter https://www.rcds-hessen.de/veranstaltungen/bierprobe-und-gespraech-ueber-hhg-novellierung-mit-mdl-hofmeister/ zu finden.

Ich hoffe sehr, dass dir der Newsletter gefallen hat. Ich freue mich über jegliche Kritik und Anregungen.
Im nächsten Newsletter werden wir uns dem Thema "Intellektuelle Bescheidenheit", einer neuen Art der Debattenführung widmen, und unser Stellvertretender Landesvorsitzender und Landesschatzmeister wird sich vorstellen.
Im Anhang ist eine Auflistung der anstehenden Termine des Landesverbandes und der Gruppen.
Bis zum nächsten mal, vielen Dank für dein Interesse und bleib gesund!

Carsten Becker
Landesgeschäftsführer

Ansprechpartner

Carsten Becker

RCDS Hessen

Landesgeschäftsführer

+49 176 92374001
cjbecker526@gmail.com

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